Moderne Fernwärme-Netzwerke entwickeln sich zu intelligenten Energiesystemen mit schnell wachsender OT-Infrastruktur. Unser SD-WAN-Design verbindet Erzeuger, Speicher und Übergabestationen über eine hochverfügbare, segmentierte und durchgängig verschlüsselte Kommunikationsarchitektur. Ziel: sichere Betriebsführung, hohe Resilienz und einfache Skalierung – von 50 auf mehrere hundert Standorte.
Fernwärmenetzbetreiber gelten als kritische Infrastruktur (KRITIS), wenn ihre Erzeugungsanlagen oder Netze mindestens 500 MW installierte Wärmeleistung bereitstellen oder wenn sie mehr als 300.000 Menschen versorgen. Wird diese Schwelle überschritten, greifen die Vorgaben aus dem BSI-Gesetz und der BSI-Kritisverordnung:
Umsetzung eines anerkannten Branchenspezifischen Sicherheitsstandards
Alle zwei Jahre gegenüber dem BSI
Benennung eines IT-Sicherheitsbeauftragten
Meldepflicht erheblicher Störungen
Unterhalb der Schwellenwerte besteht keine
gesetzliche KRITIS-Pflicht, der B3S kann jedoch als Best Practice eingesetzt
werden, um Sicherheit und Resilienz nach Stand der Technik
umzusetzen.
Der B3S Fernwärme listet spezifische Prinzipien für die Netzarchitektur auf:
Nutzer und Systemkomponenten haben nur die erforderlichen Privilegien und Zugriffsrechte, um ihre Aufgaben und Funktionen zu erfüllen.
Sicherheitsbedrohungen werden nicht nur durch eine Einzelmassnahme, sondern durch verschiedene sich ergänzende, d.h. komplementäre, Sicherheitstechniken auf verschiedenen Systemebenen gemildert.
Mithilfe eines geeigneten redundanten Systemdesigns sollen Fehlfunktionen einzelner informationstechnischer Komponenten kompensiert werden.
Es werden Massnahmen (Controls) mit dem Ziel implementiert, hinsichtlich Sicherheitsereignissen den Schutz zu erhöhen, ihre Erkennung zu verbessern sowie die Massnahmen für eine Reaktion zu erhöhen.
Eine Zone x vertraut nicht ohne generelle Sicherheitsmassnahmen einer Zone x+1. Beispielsweise muss sich ein Nutzer oder eine Systemkomponente in einer Zone x+1 vor dem Zugriff auf eine Ressource in der Zone x zuvor bei dieser authentifizieren.
In der Schweiz gilt der IKT-Minimalstandard Fernwärme- und Fernkälteversorgung des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) als Empfehlung. Ziel ist die Erhöhung der Cyber-Resilienz thermischer Netze. Der Standard orientiert sich am NIST-Framework (Identify, Protect, Detect, Respond, Recover) und umfasst über 100 konkrete Massnahmen.
Einführung eines Managementrahmens mit Risikobeurteilung und Schutzstrategien
Klare Trennung von ICS/SCADA-, Unternehmens- und Perimeternetz
Autorisierte Zugriffe, Schulung und Sensibilisierung
Laufende Überwachung, Erkennung und Reaktion auf Vorfälle
Wiederherstellungspläne und kontinuierliche Verbesserung
Der Standard ist nicht verpflichtend, wird jedoch als Best Practice empfohlen und ist speziell auf die Bedürfnisse thermischer Netze zugeschnitten.
Das SD-WAN-Design für Fernwärme-Netzwerke erlaubt es, mit einem einheitlichen Setup einfach und flexibel unterschiedliche Topologien und Anbindungen (Glasfaser, 4G/5G) umzusetzen und zu kombinieren
Ein einheitliches Design nutzt Glasfaser dort, wo verfügbar, und ergänzt es mit 4G/5G als primären oder sekundären Träger.
Dual-Uplink-Design mit Health-Checks und automatisiertem Failover.
WireGuard-Verschlüsselung für Kommunikation zwischen Standorten.
Standort- und Funktionssegmente sind L3-getrennt; Ost-West-Traffic wird zentral durch Security-Policies geführt.
Zentrale Policies, zentrales Logging, zentrale Anbindung von IDS/SOC möglich
Zentrales management, Vorlagen pro Standorttyp und Zero-Touch-Provisioning für schnelle Rollouts.
Die Skalierung von Fernwärme-Netzwerken erfordert effiziente Prozesse. Unser Standort-Generator automatisiert die Konfigurationserstellung vollständig: Der Kunde gibt lediglich einen Standortnamen ein – alle weiteren Konfigurationen werden automatisch generiert. Das System erstellt daraufhin vollständige Router-Konfigurationen, IP-Adressierungen, WireGuard-Keys, Firewall-Regeln und VLAN-Zuweisungen. So können neue Aussenstationen, Übergabestationen oder Erzeugeranlagen innerhalb von Minuten konfigurationsbereit sein – ohne manuellen Aufwand, ohne Fehlerquellen und mit garantierter Konsistenz über alle Standorte hinweg.
"Die konsequente Segmentierung und die zentrale Verwaltung machen das Netzwerk sicher und handhabbar. Dank Zero-Touch-Provisioning und der Template-basierten Architektur skaliert es mit dem Ausbau der Wärmenetze."
Geschäftsführer, Zweckverband Breitbandversorgung Landkreis Lörrach
Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Erstberatung. Wir analysieren Ihre Anforderungen und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Fernwärme-Netzwerk sicher, kosteneffizient und zukunftssicher vernetzen können.
Kontakt aufnehmenWenn ein Techniker vor Ort geht, kann er ein vorkonfiguriertes Device anhängen womit sofort Remote Tunnel für Troubleshooting und Debugging hergestellt wird.
WireGuard mit moderner Verschlüsselung für schnelle und sichere Tunnel.
Konsequente L3-Trennung nach Standort- und Funktionsrollen, Mikrosegmentierung, zentrale Ost-West-Policies und DMZ-Zonen für Telemetrie/Remote-Zugriff.
Templates pro Standorttyp, Config-Generator und zentralem Management. Von 10 bis >1'000 Standorte.
Der anerkannte Branchenspezifische Sicherheitsstandard beschreibt organisatorische und technische Mindestmassnahmen wie Netzwerkzonierung, Zugriffskontrollen, Protokollierung, Schwachstellenmanagement, Notfallpläne und regelmässige Sicherheitsnachweise.